Adrian Smith ist wie der Typ, der in der Schule immer hinten saß, nie Ärger machte und trotzdem irgendwie alle Antworten wusste. Der Gitarrist von Iron Maiden hat es geschafft, einer der größten Rockbands der Welt anzugehören, ohne jemals die Scheinwerfer für sich allein beanspruchen zu wollen. Und das ist vielleicht genau das, was ihn so verdammt interessant macht. Geboren am 27. Februar 1957 in Hackney, London, war Adrian nicht der Typ, der mit einem goldenen Plektrum im Mund zur Welt kam. Er war ein normaler Junge, der irgendwann eine Gitarre in die Hand nahm und feststellte, dass die Saiten mehr zu sagen hatten als die meisten Leute, die er kannte. Seine ersten musikalischen Gehversuche machte er mit ein paar Kumpels in einer kleinen Band namens Urchin. Das war nett und alles, aber niemand wird ein Rockstar, indem er in einer Band spielt, die nach einem Seeigel benannt ist. Es musste also mehr passieren.
Als Smith 1980 zu Iron Maiden stieß, war die Band schon längst dabei, die britische Heavy-Metal-Szene auseinanderzunehmen. Aber statt nur ein weiterer Gitarrist in einer Band voller Alpha-Männchen zu sein, brachte er eine ganz eigene Note ein. Seine Soli sind wie gut platzierte Schläge in einer Kneipenschlägerei, präzise, überraschend und verdammt effektiv. Alben wie "Powerslave", "Somewhere in Time" und "Seventh Son of a Seventh Son" wären ohne Smiths Beitrag kaum dieselben Meisterwerke geworden. Songs wie "2 Minutes to Midnight" und "Wasted Years" haben seine Handschrift überall, melodisch, kraftvoll und doch unaufdringlich. Der Ausstieg und die Rückkehr: Weil das Leben kein gerader Weg ist. In den 90ern, als Grunge und Alternative plötzlich die Welt beherrschten, verließ Adrian die Band. Vielleicht dachte er, es wäre Zeit, etwas anderes zu tun, oder vielleicht war er einfach von Bruce Dickinsons Lederhosen genervt. Wer weiß das schon genau? Er gründete seine eigene Band Psycho Motel und probierte sich aus, schrieb Songs, die irgendwie zwischen Pub-Rock und Stadion-Hymne schwankten.
Doch wie bei jeder guten Rock-Story dauerte es nicht lange, bis er 1999 zurückkehrte, gerade rechtzeitig, um Iron Maiden wieder zu ihrer vollen Pracht zu verhelfen. Manchmal musst du eben gehen, um zu erkennen, dass der Ort, an dem du warst, gar nicht so schlecht war, wie du dachtest. Der stille Schöpfer, anders als viele Rockstars ist Adrian kein Mann für große Gesten oder spektakuläre Eskapaden. Er ist mehr der Typ, der in seinem Studio sitzt und einen verdammt guten Song schreibt, während andere lieber Fernseher aus dem Hotelzimmerfenster werfen.
Smith ist auch bekannt für seine Liebe zu Angeln, ja Angeln. Der Mann kann ein Gitarrensolo schreiben, das dir das Trommelfell zum Schmelzen bringt, und dann stundenlang auf einen schwimmenden Korken starren, als wäre das das einzige, was zählt. Warum das Ganze? Adrian Smith lehrt uns, dass du nicht der lauteste im Raum sein musst, um Eindruck zu hinterlassen. Manchmal reicht es, wenn du einfach gut in dem bist, was du tust. Er erinnert uns daran, dass es okay ist, im Schatten zu stehen, solange du weißt, dass du die Fähigkeit hast, den Raum jederzeit zu erhellen.