Sammy Duet kam 1970 in New Orleans zur Welt, mitten in eine Stadt voller Sümpfe, Voodoo-Sagen und Musik, die entweder deine Seele heilt oder deine Ohren belästigen. Für Sammy war schon früh klar, welcher Weg für ihn bestimmt war. Während andere Kinder Jazz hörten oder Trommeln im Mardi-Gras-Style lernten, griff Sammy zu einer abgerockten, gebrauchten E-Gitarre, die wahrscheinlich schon mehrere Leben gesehen hatte. Inspiriert von Slayer, Black Sabbath und allem, was klang, als könne es einen Priester zum Weinen bringen, fing er an, sich eine eigene Sprache aus Riffs und Chaos zu bauen. Bevor er die Welt mit Goatwhore überrollte, gründete er Anfang der 90er eine Band namens Killgore, zusammen mit Schlagzeuger Zak Nolan. Das war 1991, Jahre bevor irgendjemand das Wort “Goatwhore” in einen vernünftigen Satz gepackt hat. Killgore war roh, dreckig und im Grunde die embryonale Vorstufe dessen, was später die Bühne niederbrennen sollte. Währenddessen spielte Sammy auch bei Acid Bath, einer der legendärsten Sludge-Metal-Bands, die Louisiana jemals ausgespuckt hat. Dort lernte er, wie man Schönheit in Lärm versteckt und wie man Riffs schreibt, die klingen, als würde die Welt langsam in einen schwarzen Sumpf versinken.
1997 änderte sich alles. Acid Bath löste sich nach dem tragischen Tod von Bassist Audie Pitre auf, und Sammy stand wieder am Anfang, wütend, hungrig und mit genug Riffs im Kopf, um jeden Nachbarn in die Flucht zu schlagen. Also nahm er Killgore, zerlegte es und setzte es unter einem neuen, noch hässlicheren Namen wieder zusammen: Goatwhore. Ein Name, der angeblich auf einen betrunkenen Freund zurückgeht, der eine Stripperin mit langen Gesichtszügen und Pigtails so bezeichnete. Klingt nach New Orleans. Klingt nach Metal. Klingt nach Sammy. Mit Ben Falgoust, Ben Stout, Pat Bruders und Zak Nolan im Boot veröffentlichten sie ihre ersten Demos, darunter Serenades to the Tides of Blood, und 2000 kam dann endlich der erste große Schlag: The Eclipse of Ages into Black. Ein Debütalbum, das klang, als würde jemand versuchen, die Apokalypse in ein Stereoformat zu pressen. Drei Jahre später folgte Funeral Dirge for the Rotting Sun, und 2006 wechselte die Band zu Metal Blade Records, was so ziemlich das Metal-Äquivalent zu einem Upgrade vom Fahrrad auf einen verdammten Panzer ist. Mit diesem Panzer veröffentlichten sie A Haunting Curse, ein Album, das ihre Reputation festzementierte: brutale Energie, komplexes Songwriting und Sammy an der Gitarre, der spielte, als würde er Dämonen beschwören.
Die 2000er und 2010er waren ein einziger blutiger Sprint nach vorne. 2009 prügelte er uns Carving Out the Eyes of God um die Ohren, 2012 folgte der nächste Schlag mit Blood for the Master, bis 2014 das monströse Constricting Rage of the Merciless alles dem Erdboden gleichmachte. Sammy hat sein Gitarrenspiel hier auf ein Level gehievt, das jenseits von Gut und Böse liegt: Schneller, düsterer und so verdammt präzise, als hätte er seine Finger dort hin gesteckt, wo Nagelstudios nur nach Feierabend drüber tuscheln. Zu dieser Zeit war Goatwhore längst Stammgast auf internationalen Festivals, und Sammy wurde überall als Meister der schnellen, messerscharfen Riffs gefeiert. Dazu kamen Magazine wie Guitar World, die ihn als einen der wenigen Gitarristen behandelten, die man besser nicht herausfordert, wenn man seine Selbstachtung behalten will.
2017 kam Vengeful Ascension, das letzte Album mit Bassist James Harvey, der 2023 tragisch verstarb. Doch die Band machte weiter, Goatwhore ist ein Panzer, und Sammy ist der Typ, der sicherstellt, dass die Ketten niemals aufhören zu laufen. Was Sammy Duet wirklich ausmacht, ist nicht nur sein technisches Können, sondern seine Konsequenz. Er spielt schnell, aber nie sinnlos. Hart, aber immer atmosphärisch. Seine Riffs sind wie dunkle Mantras: hypnotisch, aggressiv, und immer mit diesem Gefühl, dass jemand im Nebenraum eine Beschwörung durchführt. EMG-Pickups, Peavey-6505-Amps, ESP-Gitarren, ein Boss Metal Zone, den er nicht ironisch benutzt, das ist Sammy. Nicht trendy, nicht modern, sondern gnadenlos effektiv. Ein Sound, der so schwarz ist, dass selbst Tony Iommi nicken würde. Heute gilt Sammy Duet als einer der prägenden Gitarristen des amerikanischen Extreme-Metal. Er hat Goatwhore geformt, Metal-Kids inspiriert, Kritiker überzeugt und den Genregrenzen den Mittelfinger gezeigt. Und während andere Musiker altern und ruhiger werden, scheint Sammy sich nur weiter zu verdunkeln, als hätte er entdeckt, dass der Weg nach unten erst richtig interessant wird, wenn alle anderen die Hosen voll haben.