Die Myles Kennedy Signature PRS existiert, weil Myles irgendwann keinen Bock mehr hatte, sich zwischen zwei Gitarren entscheiden zu müssen. Single-Coil oder Humbucker. Twang oder Rock. Klar oder fett. Die Meisten lösen das Problem, indem sie zwei Gitarren mit auf die Bühne schleppen. Kennedy löste es anders. Er baute einfach eine Gitarre, die beides kann. Ende der Diskussion. Optisch sieht das Ding erstmal harmlos aus. Swamp Ash Body. Maple Neck. Maple Griffbrett. Sieht ein bisschen so aus, als würde sie gleich anfangen Country zu spielen und über Pickup-Trucks zu jammern. Kann sie auch. Aber das ist nur Tarnung. In Wahrheit ist diese Gitarre eine Rockmaschine im Cowboykostüm. Der Swamp Ash Body sorgt für Attack. Jede Note springt aus dem Amp wie ein überdrehter Terrier. Der 25.5 Zoll Maple Neck fühlt sich schnell an. PRS Narrowfield MK? Eine Humbucker und Single-Coil in Liebesbeziehung. Die Beiden haben den Punch eines Humbuckers und gleichzeitig den frechen Biss eines Single-Coils.
Fett, klar, und vor allem ohne dieses nervige Brummen, das auf den Sack geht. Paul Reed Smith hat lange daran geschraubt, bis die Teile genau das konnten. Der 5 Way Blade Switch gibt dir fünf Sounds. Twang. Crunch. Rock. Mehr Rock. Noch mehr Rock. Dazu ein Push Pull Tone Regler, der die Höhen am Steg Pickup etwas zähmt. Ergebnis: Der Sound wird dicker, runder, und du kannst richtig brutal in die Saiten hacken, ohne dass dein Amp klingt wie ein Zahnarztbohrer. Hardware? Stabil. PRS Steel Bridge, Vintage Locking Tuners, Bone Nut. Kein Schnickschnack, kein Drama. Das Zeug hält die Stimmung, während du die Gitarre behandelst wie ein Presslufthammer mit sechs Saiten. Und auf der Kopfplatte sitzt Kennedys Geometric Owl Logo, bekannt aus seinem Album The Ides of March. Eine Eule. Symbol für Weisheit. Oder dafür, dass Kennedy nachts um drei noch fette Riffs schreibt, während normale Menschen längst schlafen.