Ace Frehley & die Legendäre Les Paul mit Rauch-Show

Ace Frehley & die Legendäre Les Paul mit Rauch-Show

Während andere sich an Musikhochschulen die Eier wund reiten, um den Quintenzirkel zu verstehen, stand Ace Frehley einfach breitbeinig auf der Bühne, spielte Soli, die halb Jimi Hendrix, halb Psychopath waren und ließ Rauch aus seiner Gitarre, als würde Mike Tyson im Ring Dampf ablassen. Seit er 1980 das erste Mal bei Kiss die Tür hinter sich zugeknallt hat, hat sich auf dem Lead-Gitarrenstuhl der Band eine regelrechte Gitarristen-Rotation ergeben. Vinnie Vincent, Bruce Kulick, Mark St. John, und irgendwann landete man bei Tommy Thayer. Allesamt talentierte Typen, keine Frage, aber im Endeffekt nur Statisten in einer Ace-Frehley-Kostümparty, die krampfhaft versuchen, so zu klingen wie das Original. Denn das komplette Gitarrenerbe von Kiss wurde von genau einem Typen mit Benzin im Urin geschrieben: Paul Daniel „Ace“ Frehley. Der Spaceman. Der Original-Freak im silbernen Glitzerfummel, der als Kind vermutlich zu viel Raumpatrouille Orion geschaut hat. Und das Beste daran? Das Fossil lebt noch, er spielt immer noch, und er fackelt seine Gitarre auf der Bühne immer noch ab, als wäre der Brandschutz nur eine unverbindliche Empfehlung. Kleiner Nachtrag, das Fossil hat soeben das Zeitliche gesegnet! Das ist kein verdammter Show-Effekt, das ist eine Ansage an jeden, der glaubt, man müsse erst ein Diplom machen, um die Welt in Brand zu stecken.

Eric Claptons Rat an Ace Frehley

Selbst mit über 70 stand Ace nach dem Soundcheck noch mit diesem breiten Grinsen da und haute eine Weisheit raus, die Eric Clapton ihm mal gesteckt hatte: Die besten Gitarrensoli muss man summen können. Punkt. Ende der Durchsage. Das war Aces heiliger Gral und ein Mittelfinger an alle Technik-Fetischisten, die glauben, dass Geschwindigkeit Talent ersetzt. Seine Soli waren zum Mitsummen gedacht. Und ja, er klaute. Schamlos. Das Solo zu „She“? Ein dreister Raubzug bei Robby Krieger von den Doors. „Love Gun“? Direkt aus der Tasche der Blues Magoos gefischt. Ace scherte sich einen feuchten Dreck um Urheberrechts-Mimimi. Sein Originalzitat dazu war so ehrlich, dass es schon unverschämt war: „Hör’s dir an. Du wirst es hören.“ So viel Eier muss man erst mal in seinem Weltraumkostüm haben, seinen Diebstahl so offen zu verkaufen. Während andere Gitarristen über Skalenanalysen philosophierten, als würden sie eine Niere transplantieren, war es für Ace immer nur eins gewesen: „Hab einfach Spaß da oben.“ Und genau das hörte man. Egal ob beim Live-Massaker von „She“ oder dem chaotischen Wahnsinn von „100,000 Years“. Aces Spiel war nicht klinisch rein, es war dreckig, impulsiv und lebte von der ersten bis zur letzten Sekunde. Dass der „Spaß“ in den 70ern im Studio 54 manchmal in einen kompletten Absturz ausartete? Geschenkt. Ace war am Ende über 15 Jahre trocken, aber er machte nie eine Entschuldigungstour für die wilde Zeit. Früher war es eben exzessiv und genau deshalb klingen seine Riffs heute noch nach echter Freiheit und nicht nach Musikschule.

Ace Frehleys Cover-Alben als Ansage

Dass Ace seine Einflüsse nicht wie ein Staatsgeheimnis hütete, bewiesen seine Alben Origins Vol. 1 & Vol. 2. Das waren keine glattgebügelten Comeback-Versuche für die Rente, sondern rotzige Coverplatten voller ehrlicher Liebe zu dem Stoff, der ihn mit 16 komplett weggeblasen hatte. Led Zeppelin, Deep Purple, Hendrix. Zuerst hatte Ace gar keinen Bock auf das Projekt, vermutlich weil er lieber im Studio 54 die Lichter ausgeschaltet hätte, aber dann wurde es plötzlich Herzblut pur. Das war keine halbgare Hommage für die Galerie, sondern eine Ansage: „Hier, das bin ich. Aus diesem Dreck bin ich gewachsen.“ Während die Kiss-Jünger bei seinen Konzerten wie konditionierte Hunde auf „God of Thunder“ oder „Shout It Out Loud“ warteten, spielte Ace einfach: „Strange Ways“, „100,000 Years“, „Deuce“. Das waren Soli, die ihm spontan aus den Fingern geflossen waren und die bis heute wie eine Faust in der Magengrube einschlagen. Wer glaubte, Ace könne nur stumpfe Powerchords und billige Slides, hatte schlichtweg Tomaten auf den Ohren. Er lieferte verspielten Wahnsinn in „Almost Human“, soulige Wut in „King of the Nighttime World“ und ein funky Tempo in „Love Her All I Can“, bei dem mancher Jazz-Gitarrist einen Nervenzusammenbruch bekommen hätte. Und dann war da dieses epische Solo in „Detroit Rock City“. Technisch auf Des-Moll aufgebaut, also dieses bis zur Kniekehle runtergestimmte C, das bei Kiss zum guten Ton gehörte wie die übertriebenen Plateauschuhe. Fans und Kritiker feierten das Teil, als wäre es der heilige Gral. Das Ding ballerte mehr als eine Schrotflinte im Schlafzimmer. Am Ende zählt nur, wer die Eier hat, so zu spielen, dass die verdammte Welt stillsteht.

Das Geheimnis der rauchenden Gitarre

Ezrin (legendärer Musikproduzent) nannte ihn immer den „rockigsten Typen in der Band“. Kein Wunder. Mit einer Mischung aus räudigem Ton, dreckigen Slides und einer gesunden Portion „Fuck-it“-Attitüde zimmerte Ace einen Stil zusammen, der bis heute unkopierbar blieb. Sein Geheimnis? Keine Raketenwissenschaft, sondern pures Feeling. Und das richtige Werkzeug für den Weltraum-Shit. Auf seiner letzten US-Tour mit Alice Cooper schleppte Ace ein ganzes Arsenal an Gitarren mit sich herum: Eine 59er Sunburst-Gibson-Replika und seine alte schwarze 78er Les Paul. Und natürlich die legendäre „Smoking Les Paul“, die aussah, als hätte sie einen Großbrand im Proberaum nur knapp überlebt. Dreimal durftest du raten, welchen Pickup er am liebsten benutzte. Nicht den am Hals. Auch nicht den in der Mitte. Nein, der Stegtonabnehmer war sein Revier. Immer. „Der hat genau meinen Sound“, sagte er. Punkt. Ende der Diskussion. Und warum zum Teufel dann drei Pickups? Ganz einfach: Es war ein verdammter Betrug. Im Hohlraum unter dem mittleren Pickup versteckte sich kein Tonabnehmer, sondern eine Rauchmaschine. Früher zündete Ace dort echte Rauchbomben, brandgefährlich, völlig wahnsinnig, aber sexy: Show war Show. Später stieg er auf Mini-Nebelmaschinen von Tiny FX um, betrieben mit Lithiumbatterien. Die Dinger bliesen denselben Nebel raus wie James Hetfield aus seinen Zigarren. Das war so herrlich absurd, dass es schon wieder als Geniestreich durchging. Während andere Gitarristen also über Sustain philosophierten, bastelte Ace an Pyro-Effekt.

Technik? Ja, aber nicht übertrieben

Aces Sound kam nicht aus Effektpedalen, er kam aus seinen Eiern und einem Marshall, der kurz vor der Kernschmelze stand. Sein Rig war so simpel, dass jeder IT-Experte zu weinen beginnt: Das Signal wanderte von der Shure-Funkstrecke über einen PolyTune, einen Xotic EP Booster und ein Line 6 DL4 Delay direkt in einen Marshall JCM2000. 100 Watt, voll aufgedreht. Die Art von Lautstärke, die Tauben vom Dach holt. Gepaart wurde das Ganze mit einer 1960AV-Box und Celestion Vintage 30 Speakern. Ein bisschen MXR Boost und TC Reverb im Loop, fertig war der Lack. Keine Voodoo-Zauberei, kein NASA-Experiment. Einfach nur Rock ’n’ Roll in seiner primitivsten Form. Und Ace wäre nicht Ace gewesen, wenn er zum Abschluss nicht noch eine kleine Verschwörungstheorie serviert hätte. Aber diese Art Verschwörungstheorie von einem Typen, der definitiv zu viel im Weltraum unterwegs war: „Ich glaube, wir leben in einer Matrix. Alles wird von einem Mastercomputer gesteuert. Irgendwo da draußen tippt Gott auf einer Tastatur rum und regelt das hier.“ Das war der Ace Frehley, den die Welt brauchte: halb Rockstar, durchgeknallter Weltraumpriester, aber zu 100 % ein Original. Fazit? Man konnte versuchen, Ace Frehley zu kopieren. Man konnte sogar versuchen, ihn zu ersetzen. Aber man musste dabei zwangsläufig scheitern. Der Typ hat nicht nur Gitarrensoli erfunden, die man im Vollrausch mitsummen konnte, er verkörperte Rock ’n’ Roll auf eine Art, die heute ausgestorben ist. Und ganz ehrlich, das ist ein verdammt guter Grund, sich eine legendäre Gitarre umzuschnallen.

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admin 4. August, 2025

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